| Kalabrien
und Peperoncino - ein Gourmet-Spektakel der feurigen Art |
|
|
|
Se non è picante, non è calabrese. Ist es nicht scharf, ist
es nicht kalabrisch. Feuer versprechen Peperoncini ripieni,
gefüllte, in Öl eingelegte Peperoncini, Nduja (scharfe, mit
Peperoncini gewürzte Wurst) und schließlich U viagru calabrisa,
eine pikante Sauce auf Peperoncino-Basis, von Einheimischen
auch schmunzelnd "Viagra der Armen" genannt. Es gibt kein Dorf,
das ohne die kleinen Pfefferschoten auskommt. Der gute heimische
Peperoncino verleiht, wie den meisten Speisen der kalabrischen
Küche auch den köstlichen Suppen aus frischem Gemüse, Hülsenfrüchten,
Kirchererbsen und Nudeln die richtige, scharfe Würze und die
rote Färbung. |
 |
| An
der Küste von Tropea. Foto: ENIT |
|
|
Die Küche Kalabriens ist naturbelassen und fantasievoll. Aromatische
Gewürze werden reichlich verwendet und geben den Gerichten
eine unverwechselbare Note: Man entdeckt Spuren des Geschmacks
der verschiedenen Kulturen, die die Region im Laufe der Jahrhunderte
geprägt haben. Für die Vor- und Zubereitung der regionaltypischen
Gerichte wird vielerorts viel Zeit aufgewandt, so daß das
kulinarische Kreieren wie ein Ritus zelebriert wird. Königin
der regionalen Küche ist zweifelsohne die Pasta, vor allem
in Form frischer hausgemachter Maccaroni di casa, bei deren
Herstellung der Teig aus Hartweizen einfach um einen Eisenfaden
gerollt wird. Sehr schmackhaft sind auch andere Sorten wie
Fusiddi, Fileja und Cavateddi. Oft werden sie mit einem Ragout
aus Ziegen- oder Lammfleisch serviert. Mit frischem Gemüse
und Hülsenfrüchten werden Lagane, Scitateddi und Maccaroni
'e zita gereicht. Ein etwas ausgefallenerer, erster Gang sind
Scaffittuni cu marozze - Rigatoni mit Schnecken. Strangolapreti,
Priesterwürger, sind hier lange Nudeln. |
|
Im Landesinneren sind Fleischgerichte besonders beliebt: aus
dem zarten Fleisch junger Lämmer und Ziegen werden schmackhafte
Speisen wie Ziegengeschnetzeltes und Ziegenbraten bereitet.
Auch Schweinefleisch kommt auf den Tisch, besonders als Frittala,
gebratene Speckschwarte, die mit köstlichem, warmen Brot gegessen
wird. Eine Spezialität aus Catanzaro ist Morseilo, besonders
scharf gewürzte Kaldaunen. Herz und Lunge vom Rind werden hier
in einer Pitta gereicht, einem speziellen Brot, das an das türkische
Pitabrot erinnert. Gern ist man auch Geflügel, sei es Gadduzzu.,
all'acqua - Hähnchen im Meerwasser - oder nach dem Rezpet für
Palummi a Riganu e agliu - Tauben mit Oregano und Öl. Wurstwaren
werden oft mit Fenchelsamen oder Peperoncino gewürzt. Zu den
Spezialitäten gehören Capocollo aus dem Schweinerücken, pancetta
aus Bauchfleisch und soppressata, Presssack, mit einem Schuss
Rotwein. |
|
Gemüse jeglicher Art gedeiht in der Region. Besonders gut wachsen
hier die Auberginen, die Hitze und Trockenheit lieben. Sie eignen
sich besonders für leckere Aufläufe zusammen mit Tomaten und
Mozzarella. Süßsaur eingelegte Auberginen unter Zugabe von Basilikum,
Petersilie, Knoblauch, Oliven und Sardellen ergeben eine ganz
vorzügliche Vorspeise. |
In einer Region, die gleichsam im Herzen des Mittelsmeers liegt
und deren Küsten vom Tyrrhenischen und lonischen Meer umspült
werden, haben Spezialitäten aus frischem Fisch und Meeresfrüchten
einen hohen Stellenwert. Vor allem Schwertfisch und Thunfisch
werden auf die unterschiedlichste Art und Weise dargeboten,
z. B. als fein gefüllte Röllchen, gegrillt, gebraten oder frittiert.
Unbedingt probieren sollte jeder Besucher die traditionellen
Gerichte wie Stockfisch mit frischen Tomaten oder mit Kartoffeln
und Kapern zubereiteten Klippfisch. Ein Leckerbissen aus der
Gegend um Crotone ist Sardiglia, eine köstliche Pastete aus
gehackten Sardellen, Pfeffer und Olivenöl, die mit frischem
Brot gereicht wird.
Die traditionellen Süßspeisen Kalabriens haben meist einen Bezug
zu religiösen Festen. Zu Weihnachten wird beispielsweise Pignolata
gegessen, kleine in Olivenöl gebratene und mit Honig getränkte
Teigkugeln. Mostacciolo ist ein Gebäck aus Trockenfrüchten.
|
Die kalabrischen Weine können auf eine über tausendjährige Geschichte
zurückblicken. Bereits in der Antike hatte die Weinkultur Kalabriens
einen, solch hohen Stand erreicht, daß die Region den Beinamen
"Enotria" - Land des Weines - erhielt. Der berühmteste Tropfen
ist der Cirò, der in dem gleichnamigen Ort in der Nähe von Crotone
in den Fässern lagert. Er wird als Rot-, Weiß- und Roséwein
noch heute aus der gleichen Traube gekeltert, aus der in der
griechischen Epoche der KrimisiaWein hergestellt und den Siegern
der Olympiaden offeriert wurde. Andere sehr empfehlenswerte
Weine der Region sind Greco Bianco, Lametia, Melissa und Pollino.
Wo gut gegessen wird, wird auch zünftig gefeiert: In dem kleinen
Fischerort Diamante im Norden Kalabriens dreht sich anlässlich
des alljährlichen Peperoncino-Festivals Anfang September alles
um die feurigen Schoten, Peperoncini-Spezialitäten und pikante
Gerichte bereichern die heimischen Tafeln. Oberall sieht man
die Scharfmacher von Balkonen, Terrassen und in Lebensmittelgeschäften
hängen; bereit, unter der heißen Sonne Kalabriens zu reifen.
"Zum Gedeihen benötigen Peperoncini nur Wasser und Sonne", erklärt
Enzo Monaco, Präsident der Accademia nazionale italiana del
peperoncino, und "von beidem hat Kalabrien genug." |
Anreise
Wenngleich Kalabrien im äußersten Süden der Apenninenhalbinsel
liegt, ist die Region über
ein gut ausgebautes Autobahnnetz bequem zu erreichen. Bahnreisende
finden von allen großen
deutschen Bahnhöfen Zugverbindungen nach Kalabrien. Aero Lloyd,
Thomas Cook, Air Berlin und
Eurowings bieten Flüge nach Kalabrien an. Neben den Chartergesellschaften
wird Kalabrien auch von Alitalia über Mailand und Rom angeflogen.
Zahlreiche namhafte deutsche Reiseveranstalter bieten Urlaubsmöglichkeiten
in Kalabrien an, darunter u.a. TUI, Dertour, Thomas Cook, Studiosus,
Wolters, Interhorne, Italiatour und natürlich FTI als Kalabrienspezialist.
Linktipp: www.regione.calabria.it
www.turismo.regione.calabria.it
|
|
|