| Modena
- Stadt von Ferrari und Maserati |
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Die Stadt ist gepflegt und sauber, das historische Zentrum bildet
eine großräumige verkehrsberuhigte Zone, die sich sehr schön
zu Fuß erobern läßt. Die Autos bleiben an roten Ampeln stehen
und viele der wohlhabenden Einheimischen können es sich bei
nur geringer Arbeitslosigkeit leisten, die niederen Arbeiten
von zugereisten Afrikanern oder Albanern erledigen zu lassen.Modena,
in der Emilia-Romagna, Stadt von Ferrari und Maserati, ist nicht
nur reich sondern auch noch schön.
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| Der
Dom von Modena mit seinem schiefen Turm, der
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Dabei sind es nicht nur die reichlich vorhandenen "großen"
Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Details, die den Charme
des Zentrums ausmachen.So erinnert auf Wegen und Plätzen der
Strassenbelag daran, dass Modena an den Flüssen Secchia und
Panaro liegt - gepflastert wurde mit grauen Kiesel, wie sie
von den Flüssen aus den Bergen ins Tal befördert werden.Derart
gepflastert ist auch die Piazza Grande, an der der Dom und
das prachtvolle zur Besichtigung geöffnete Rathaus liegen,
an dem das religiöse und das weltliche Leben neben- und miteinander
existieren. Vor dem Rathaus steht der "Rednerstein". Benutzt
wurde die dicke Steintafel in alter Zeit als Podest, von dem
aus Reden ans Volk gehalten wurden. Schuldner mußten sich,
nachdem der Stein mit einer ätzenden Flüssigkeit beschmiert
wurde, mit nacktem Hintern draufsetzen und wurden so öffentlich
erniedrigt. Auch wurden hier die Leichen unbekannter Ertrunkener
ausgestellt, in der Hoffnung, ein Passant werde sie identifizieren.
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Allein der Dom ist schon einen Besuch wert: Der vor gut 900
Jahren, im Jahr 1099 begonnene romanische Bau ist ein hervorragendes
Beispiel für die Kunst und Kultur des frühen Mittelalters. Faszinierend
schon die Fassade, wo der Künstler Wiligelmus auf Steintafeln
in einer Bildergeschichte die Genesis erzählt, von der Erschaffung
Adams und Evas über die Erbsünde bis zur Arche Noahs. Diese
"Bibel der Armen" diente den Analphabeten, das Alte Testament
zu verstehen.
Mit Muße und Neugierde sollte man sich die Hauptportale, an
den säulentragenden Löwen zu erkennen, betrachten. Hier werden
zahlreiche Geschichten erzählt, im "Fischportal" etwa, wie die
Ritter der Tafelrunde unter König Arthur die Prinzessin Winlogee
aus einer Burg befreien.
Wahrzeichen der Stadt ist der "schiefe Turm von Modena", der
Glockenturm. Während die untere Hälfte zeitgleich mit dem Dom
errichtet wurde, ist der achteckige Aufbau bis zu einer Höhe
von 90 Metern gotischen Ursprungs (1319).Der liebevoll "Ghirlandina",
kleine Girlande, genannte Turm wurde auf sumpfiger Erde gebaut
und verharrt bereits seit 600 Jahren in seiner schiefen Stellung.
Er kann bis zum fünften Stockwerk besichtigt werden, von wo
aus man einen herrlichen Blick über die interessante "Dächerwelt"
Modenas hat. Der Dom steht als Kulturerbe der Menschheit unter
dem Schutz der UNESCO. |
Eine Besonderheit in Modena sind die lebensgroßen Terrakotta-Figuren
aus dem 15. Jahrhundert des Künstlers Guido Mazzoni. Beeindruckend
ist der Naturalismus seiner kolorierten Figurgruppen. Die "Madonna
della pappa", die "Breimadonna", der eine Magd in Lumpen beim
Füttern des Kindes hilft, steht in der Domkrypta. Von erlesener
Schönheit ist auch die "Grablegung" in der Kirche Don Giovanni.
Nicht verpassen sollte man die Besichtigung der erstaunlichen
14 Altäre in der Kirche San Pietro. Deren Frontseiten sind bemalt
mit einem Gemisch aus Marmorpulver und Farbe. Zwischen 1675
und 1720 entstand diese auf den ersten Blick an Intarsien erinnernde
"Steinmalerei" mit feinsten Stick- und Blumenmustern, zarten
Vögeln und religiösen Motiven.In San Pietro stehen auch mehrere
zwischen 1536 und 1553 angefertigte Terrakottafiguren des Künstlers
Begarelli. Dessen zerbrechliche Skulpturen, die zunächst aus
Marmor zu sein scheinen, können auch in den ebenfalls sehenswerten
Kirchen San Francesco, San Domenico und San Agostino bewundert
werden. |
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| Herrlich
bummeln läßt sich in der Innenstadt Modenas
unter den Arkaden. Foto: pairola-media |
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Die Kirche San Agostino erstaunt durch ihr unscheinbares Äußeres
hinter dem sich ein riesiges einzelnen Schiff mit einem Überfluss
an Skulpturen und Malereien verbirgt. Die Kirche schliesst
an den "Palazzo die musei" an, dessen Besuch nicht versäumt
werden sollte. Der Palast gehört zu jenen Bauten mit denen
die Herzöge aus dem Haus d'Este vor allem im 17. und 18. Jahrhundert
das Stadtbild entscheidend prägten.In ihm befindet sich unter
anderem die "Galleria Estense", die "Uffizien Modenas". Hier
sind die Kunstschätze ausgestellt, die die d'Este gesammelt
haben, erstklassige Bilder, die zwischen dem 14. Und 17 Jahrhundert
gefertigt wurden, darunter Velasquez' Portrait von Francesco
I. Eine von Bernini angefertigte Büste von Francesco I. ,
die Harfe der d'Este, ein von el Greco bemalter tragbarer
Altar oder etwa ein mit Bernsteinen und Elfenbeinfiguren geschmückter
Altar sind weitere Zeugen des Reichtums der d'Este.
Zu den wohl schönsten Büchern der Welt gehört die Bibel des
Borso d'Este. Das 1200 Seiten starke Werk, aufwendige Miniaturen
umrahmen den Text, ist im 15. Jahrhundert in Ferrara entstanden.
Das Original liegt in einem Glasschrein; in einem in kleiner
Auflage erstellten Faksimile-Nachdruck (Stückpreis 35 000
Mark) darf auf Nachfrage in der Biblioteca Estense geblättert
werden. Fotografieren ist aber auch hier streng verboten.Modena,
Geburtsort des Opernstars Luciano Pavarotti, sollte zu Fuß
erobert werden. Die verkehrsberuhigte Zone ist in der Ost-West-Achse
anderthalb und in der Nord-Süd-Achse etwa zwei Kilometer groß.
Beim Rundgang stösst man so beinahe von alleine auf die Sehenswürdigkeiten,
auch auf den Palazzo Ducale, den Arcadengang des Collegio
San Carlo, die vielen Innenhöfe, in denen sich interessante
Bars verbergen oder die wundervolle Markthalle, den Mercato
Centrale, an der Via Albinelli. |
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