| Teneriffa
- im Vulkan lebt der Teufel |
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Paisaje Lunar – Mondlandschaft, so wird das Ödland, das
dem Teide umgibt genannt. Tatsächlich bietet sich dem Besucher
ein unvergessliches Naturschauspiel, das nicht ganz von dieser
Welt zu sein scheint - Aschehügel, die in verschiedenen Farben
leuchten und bizarre Felsformationen und Steinkegel, die sich
durch die vulkanischen Aktivitäten gebildet haben. Erstarrte
Lavaströme, die verraten welche Naturgewalten am Werk waren,
als Teneriffa vor circa sieben Millionen Jahren entstand. |
Schon die Anfahrt ist vielversprechend und liefert einen Vorgeschmack
auf die imposante Landschaft des Naturparks. Nähert man sich
dem Teide aus südwestlicher Richtung, so windet sich die Strasse
in Serpentinen immer höher hinauf, vorbei an Feigen- und Mandelbäumen,
durch die Terrassen voller Kakteen bis schließlich auch noch
der letzte Kiefernbestand von den wüsten Lavafelder abgelöst
wird.
Auf dieser Strecke eröffnet sich einem ein besonders schöner
Blick auf die Küste und die Nachbarinseln Hierro, La Palma und
Gomera. Man sollte einen Stop am Aussichtspunkt Mirador de Chino
einlegen, um die Sicht auf den mächtigen Teide zu genießen,
der sich hier von seiner düstersten Seite zeigt.
Eine der beliebtesten Strecken zum höchsten Berg Spaniens, ist
die über Vilaflor. Es empfiehlt sich eine Rast in diesem malerischen
kleinen Dorf einzulegen. In der höchstgelegenen Gemeinde Spaniens
werden Wein und Gemüse angebaut und der Alltag verläuft in gemächlichen
Bahnen, weit ab vom touristischen Trubel an der Küste.
Von Vilaflor führt die Strasse weiter zum Teide. In fast dramatischer
Schnelligkeit kann man die Verwandlung der Landschaft miterleben.
Vom Meer geht es in den Schnee, zunächst durch dichte Kiefernwälder,
bis der Weg in der steinigen Kraterlandschaft des Vulkans endet.
Der Reiz der Strecke liegt auch darin, das sie stetes an den
steil abfallenden Wänden der Kraterwände entlang führt, bevor
sie in das Innere des Kraters Las Canadas mündet.
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| Der
Nationalpark Canadas Del Teide. Foto: Tourspain |
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Über
die Entstehung dieses Kraterkessels – mit einem Durchmesser
von sechzehn Kilometern einer der größten der Erde - gibt
es verschiedene Theorien. Bis vor kurzem ging man noch davon
aus, das er bei dem Einsturz eines hohen Vulkankegels entstand.
Neuen Untersuchungen zufolge geht der Krater jedoch auf einen
Erdrutsch von unvorstellbarer Größe zurück, bei dem auch das
Tal von Orotava gebildet wurde. Durch spätere Eruptionen füllte
sich der Krater allmählich mit Lava und Asche, so das heute
nur noch die südliche Kraterwand wirklich gut erhalten ist.
In der Nähe findet man auch Los Azulejos, jene jadegrün schimmernden
Steinformationen, die jährlich über eine Millionen Besucher
anziehen. Mit etwas Phantasie lassen sich in den Felsen sogar
menschliche Gesichtszüge erkennen.
Wer den Gipfel des Teide stürmen möchte, tut dies am besten
von der Montana Blanca aus. Von dort aus kann man auf den
Gipfel laufen oder in nur acht Minuten mit der 1971 eingerichteten
Seilbahn fahren. Ist der Gipfel einmal erreicht, liegt einem
ganz Teneriffa zu Füßen. Die verstreuten weißen Häuser, die
Kiefernwälder der Anagas, die zerklüftete Landschaft um den
Vulkan, alles läst sich vom höchsten Punkt der Insel aus begutachten.
Darüber hinaus kann man die Inseln Gomera, Gran Canaria, Hierro
und La Palma sehen.
Der Anblick der sich vom Gipfel aus bietet ist in jeder Hinsicht
überwältigend und man versteht warum der Teide nicht einfach
als der höchste Berg des Landes angesehen wird, sondern auch
als ein Symbol von Macht und Mystik gilt. Schon die Ureinwohner
der Kanaren, die Guanchen, waren überzeugt, das in dem Vulkan
ein Teufel wohnte, der ihre Sonne stehlen würde. Kolumbus
dagegen sah ihn als einen Pfeiler der Macht. Und heute vermittelt
einem der allgegenwärtige Schwefelgeruch, das im Inneren des
Berges immer noch Leben ist - und das die ganze Schönheit
der Natur jeden Augenblick in die Luft fliegen könnte. |
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